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B2B-Marktplätze: Hintergründe eines boomenden Geschäftsmodells

4 April 2022

Business insight

Heute sind B2B-Marktplätze ein stark wachsender Markt. In den letzten 5 Jahren haben B2B-Käufe online um 94% zugenommen (Xerfi-Studie). Dieser Trend dürfte sich noch verstärken: Gartner Predicts geht davon aus, dass bis 2022 75% der Käufe über einen Marktplatz stattfinden werden. Das Erfolgsmodell „B2B-Marktplatz“ spiegelt ein verändertes Verhalten von Unternehmenskunden wider. Diese übertragen ihre Erfahrungen aus dem privaten Bereich auf B2B-E-Commerce-Plattformen und ihre Geschäftspraktiken, und stellen dabei ähnliche Ansprüche an die B2B-Marktplätze, wo sie ihre Firmeneinkäufe durchführen, was zu zusätzlichen spezifischen Anforderungen führt. Heute erfreut sich das Marktplatzmodell bei Akteuren im B2B-Bereich und Großkonzernen wachsender Beliebtheit, muss aber auch den gesetzlichen Zwängen, die diesem Geschäftszweig eigen sind, gerecht werden.

 

Marktplatz: was ist das eigentlich?

Der Marktplatz, auf Englisch auch Marketplace, bezeichnet eine Plattform, die Verkäufer (geschäftlich oder privat) und potenzielle Käufer zusammen bringt und dabei auf die Verkäufe eine Provision erhebt. Diese Websites bieten so tausenden von kleinen Händlern oder sogar Privatpersonen eine Verkaufsfläche, indem sie die Funktionen und den Traffic der Plattform für sich nutzen können. Zu den bekanntesten Marktplätzen gehören Amazon, Otto, eBay oder auch Alibaba.

Dabei gibt es verschiedene Arten von Marktplätzen: B2C (Amazon, Mediamarkt), C2C (eBay Kleinanzeigen, Vinted), B2B (Alibaba, Amazon Business) oder auch D2C (Direktvertrieb an Endverbraucher).

Hier sollte hervorgehoben werden, dass das Umfeld der Marktplätze komplex ist und eine Vielzahl von Akteuren umfasst: Verkäufer, Käufer, Banken, Zahlungsdienstleister, Softwareunternehmen usw.

Dieser Artikel beschäftigt sich vornehmlich mit B2B-Marktplätzen, die in den letzten Jahren ein starkes Wachstum vorweisen konnten und auf die Digitalisierung und Vereinfachung der Beziehungen zwischen Unternehmen abzielen.

 

Verschiedene Arten von B2B-Marktplätzen

Heute wird zwischen 5 Hauptmodellen für B2B-Marktplätze unterschieden, wie von unserem Partner Wizaplace zusammengefasst:

Beschaffungsmarktplatz

Es handelt sich um eine E-Procurement-Plattform (Online-Beschaffung), die Käufer und Lieferanten miteinander in Kontakt bringt und den Unternehmen so Zugriff auf einen breiten Produktkatalog bietet und es ihnen ermöglicht, schnell und einfach einzukaufen. Käufer eines Unternehmens bestellen Produkte oder Dienstleistungen bei Anbietern, die auf der Plattform gelistet sind. Diese Zentralisierung spart den Mitarbeitern des Unternehmes wertvolle Zeit und bietet ein ähnliches Erlebnis wie auf bekannten E-Commerce-Websites. Die für Beschaffung, Finanzen oder Buchhaltung zuständigen Stellen eines Unternehmens können so Angebote leichter vergleichen und günstigere Preise erzielen, da verschiedene Lieferanten im direkten Wettbewerb zueinander stehen. Durch die Reduzierung der Verwaltungskosten für Einkäufe und die Kontrolle der Ausgaben erfüllt E-Procurement somit die Zeit-und Rentabilitätsanforderungen des Unternehmens.

E-Commerce-Marktplatz

Wie beispielsweise Alibaba oder Amazon Business sind diese Plattformen Bindeglied zwischen Lieferanten und Geschäftskunden derselben Branche für den Kauf und Verkauf von Produkten. Ziel ist es, ein Standardangebot auf dem Markt zu schaffen. Über den E-Commerce-Marktplatz kann ein Geschäftskunde also Produkte oder Dienstleistungen von verschiedenen Anbietern in einem einzigen Warenkorb kaufen. Der Vorteil für den Marktplatzbetreiber ist die Bereitstellung eines breiten und vielfältigen Angebots, während die Online-Händler auf das Publikum der großen Plattformen zugreifen können und ihre Akquisekanäle diversifizieren können, ohne dabei bei der Sicherheit Eingeständnisse machen zu müssen. Denn der Marktplatz stellt die technische Umgebung und die Zahlungsinfrastruktur bereit. Er gewährleistet also die Sicherheit der Transaktionen und steht als vertrauenswürdiger Dritter zwischen Käufern und Verkäufern.

Netzwerkmarktplatz

Es handelt sich hier um Plattformen, durch die Unternehmen ihr gesamtes Angebot auf einer einzigen Plattform bündeln können. Das vereinfacht die Weitergabe des Produktkatalogs der Marke über Partner, Händler oder Franchisenehmer. Die verschiedenen Akteure können dadurch alle Angebote und Dienstleistungen an einem Ort bündeln. Verkäufer können so über diesen Kanal neue Verkäufe erzielen und Käufer können ihre Bestellungen vereinfachen und dabei gleichzeitig Kosten reduzieren. Durch diese Art von Marktplatz kann ein Unternehmensnetzwerk (Franchisenehmer, Fachhändler, zentrale Beschaffungsstellen usw.) das eigene Angebot und seine Dienstleistungen verwalten.

Kreislaufwirtschaftsmarktplatz

Genauso wie Vinted im C2C-Bereich Erfolg hat, sind auch im B2B-Bereich Marktplätze in der Kreislaufwirtschaft stark im Aufwind. Diese Art von Marktplatz bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile. Diese können ihre Bestände optimieren, indem sie diese auf der Website zur Verfügung stellen, gebrauchte oder beschädigte Produkte recyceln oder auch gebrauchte Produkte weiterverkaufen oder vermieten. Der Second-Hand-Markt bietet somit viele Vorteile für Betriebe. Für Verkäufer bedeutet dies zusätzliche Einnahmen, für Käufer ein einmaliges oder dauerhaftes Angebot zu geringen Kosten.

Marktplatz der digitalen Transformation

Dieses Modell richtet sich an Unternehmen, die noch nicht über einen Online-Vertriebskanal verfügen (nur physische Verkaufsstellen) und ihr Angebot digitalisieren, diversifizieren und optimieren wollen. Im B2B- sowie im B2C-Bereich tätigen Verbraucher ihre Einkäufe immer häufiger online. Daher können Verkäufer nicht mehr darauf verzichten, diese Nachfrage durch Digitalisierung ihrer Verkaufsstellen zu erfüllen. Durch den Marktplatz der digitalen Transformation kann der Verkaufszyklus belebt und modernisiert werden. Es handelt sich ebenfalls um eine effiziente Möglichkeit, neue Kunden zu gewinnen und die Kundenbindung zu stärken. Die Schaffung eines neuen Angebots trägt dazu bei, mehr Kundschaft für Ladengeschäfte zu generieren.

 

Der B2B-Markt boomt und hat ein großes Entwicklungspotenzial

Diese verschiedenen B2B-Plattformen haben ein großes Wachstumspotenzial und sind der Grundpfeiler der digitalen Transformation von Unternehmen: Transformation der Einkäufe und der Vertriebsformen, Vollständigkeit des Produktkatalogs, flexible „Monetarisierung“ der angebotenen Dienste (Verkauf, Tausch, Abonnement usw.) … Aber diese neue Art des E-Commerce will gut geplant sein. Oft braucht es eine geeignete CMS-Lösung, die die Erstellung eines einsatzbereiten Marktplatzes (Front-Office, Back-Office und Administratoren) ermöglicht. Welche Vorteile haben Unternehmen davon? Zeitersparnis, Optimierung des Nutzererlebnisses, aber auch Tools zur Steuerung und Automatisierung von Prozessen.

2021 schreitet die Entwicklung von B2B-Marktplätzen weiter voran, wobei Marktgrößen wie Amazon Business oder Alibaba immer neuere und wettbewerbsfähigere Lösungen für Unternehmen austüfteln. Ein Markt mit hervorragendem Wachstum, der seine Stärke und Effizienz unter Beweis gestellt hat.

In Deutschland haben mehrere große Konzerne in der letzten Zeit ihre B2B-Marktplätze gestartet. Das auf den Elektronikversandhandel spezialisierte Unternehmen Conrad gründete bereits im Jahr 2017 den Conrad Marketplace und schuf damit ein Angebot für Unternehmenskunden.

Dieses und zahlreiche weitere Beispiele zeigen, dass die Anwendungsfälle für B2B-Marktplätze praktisch unendlich sind. Diesem Wachstumsmarkt geht noch lange nicht die Puste aus!

 

B2B-Marktplatz: wie legt man am besten los?

Das B2B-Marktplatzmodell ist deshalb ein Erfolg, weil Käufer auch Privatpersonen sind und sich privat bereits an die Vorteile von B2C- oder C2C-Marktplätzen gewöhnt haben. Wenn Sie vom Entwicklungspotenzial von B2B-Marktplätzen überzeugt sind und sich dieser neuen Herausforderung stellen wollen, erhalten Sie hier einige nützliche Tipps.

Identifizieren Sie zunächst den Marktplatztyp, der am besten zu Ihrem Vorhaben passt. Dafür sollten Sie Ihr Geschäftsmodell ausarbeiten und Ihre Verkäufer und Käufer identifizieren.

Stellen Sie sicher, dass Sie mit den richtigen Akteuren zusammenarbeiten. Das Unternehmen, das den Marktplatz erstellt, gilt als Betreiber, aber damit daraus ein Erfolg wird, sind zwei weitere Akteure notwendig: ein Softwareunternehmen und ein Zahlungsdienstleister (PSP). Das Softwareunternehmen kümmert sich um die Infrastruktur der Website, also das Grundgerüst Ihres Marktplatzes, während der PSP für die Bereitstellung einer sicheren Zahlungslösung verantwortlich ist.

Zahlungslösungen

Die von einem B2B-Marktplatz angebotenen Zahlungslösungen sind von entscheidender Bedeutung. Sie müssen den Erwartungen und Konsumgewohnheiten der Unternehmenskunden gerecht werden. Dabei sind mehrere Zahlungsfunktionen unverzichtbar:

  • Aufgeschobene Zahlung
  • Kreditversicherung
  • Dynamische Preise
  • Mengenrabatte
  • Verwaltung von Mehrbenutzerrechten
  • Portofreier Versand
  • Zusatzkosten
  • Internationale Zahlungsmethoden

 

Dabei wird deutlich, dass man die Einrichtung von Zahlungslösungen für den B2B-Markt nicht einfach so nebenbei erledigt. Als lizenzierter und international agierender Zahlungsdienstleister unterstützt Lemonway zahlreiche B2B-Marktplätze. Erhalten Sie professionelle Beratung von unseren Experten, um die Erfolgschancen Ihrer Plattform zu maximieren!